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DRK-Ortsverein Soest feiert 150. Gründungstag

Nur fünf Jahre jünger als die Rotkreuzbewegung weltweit

Für die rund 120 Helferinnen und Helfer, die in den verschiedenen Bereichen des DRK Soest ehrenamtlich aktiv sind, ist der 3. März 2018 ein ganz wichtiges Datum: Dann nämlich kommen sie zusammen, um gemeinsam und punktgenau mit Freunden und Förderern den 150. Gründungstag ihres Ortsvereins zu feiern. Und wenn man nun bedenkt, dass das Internationale Rote Kreuz 1863 gegründet wurde, dann ist der aktive Ortsverein Soest nur fünf Jahre jünger. Wenn das kein Grund zum Feiern ist….

Wie alles begann…

Es war im Jahr 1868, dass der Soester Frauenverein seine Mitglieder zur Generalversammlung am 3. März und 9. März einlud. Auf der Tagesordnung stand der Antrag, sich als Zweigverein dem Frauenverein vom Roten Kreuz in Preußen anzuschließen. Die Soesterinnen sind sich wohl schnell einig geworden, denn die Genehmigung wurde schon eine Woche später erteilt. Am 16. März 1868 stimmte Gräfin Itzenplitz als Vorstand des Hauptvereins in Berlin dem Antrag zu. Damit gehörten die Soesterinnen dem „Vaterländischen Frauenverein“ unter dem Protektorat der Kaiserin Augusta an, der diese Frauenvereine ab 1867 unter dem Zeichen des Roten Kreuzes zusammenfasst hatte und erhielt, um auch in Friedenszeiten zu wirken. Der Vaterländische Frauenverein wollte nicht nur Aufgaben im Krieg übernehmen, sondern auch bei Katastrophen wie Überschwemmungen und Seuchen helfen.

In Ergänzung zu dem Frauenverein wurde 1895 durch den geheimen Medizinalrat Dr. Dürrenberg für die Männer die freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz gegründet. Zwei Jahre später, 1897, erfolgte die Gründung der Sanitätskolonne des Krieger- und Landwehrvereins. Die drei Einrichtungen arbeiteten sehr eng und ergänzend zusammen, wobei am 1. Oktober 1931 sich die beiden Sanitätskolonnen zusammenschlossen.

Durch das DRK-Gesetz von 1937 wurden die bisherigen Untergliederungen aufgelöst und in die neue Einheit DRK überführt. Die Organisation wird nach dem „Führerprinzip“ strikt hierarchisch gegliedert. Das DRK verliert alle Wohlfahrtseinrichtungen, das JRK, das seit 1925 als Jugendverband existiert, wird aufgelöst.

Vom 19. bis 25. September 1945 wird das DRK wegen seiner Einbindung in das NS- Regime durch die Alliierten, England, Frankreich, USA und Russland, aufgelöst.

Bereits ab 1945 setzte das DRK Soest in den Untergliederungen seine Arbeit fort.

 

Menschlichkeit, Unabhängigkeit, Neutralität

Am 4. Februar 1950 erfolgt die Neugründung des DRK in der Bundesrepublik Deutschland einschließlich seiner Untergliederungen. Damit wurde auch der DRK-Ortsverein Soest zum neuen Leben erweckt. Das Deutsche Rote Kreuz handelt nach den Sieben Grundsätzen der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Die Grundsätze wurden von der XX. Internationalen Rotkreuzkonferenz 1965 in Wien proklamiert, nämlich: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität.

 

Das DRK ist anerkannter Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege und nationale Rotkreuzgesellschaft. Es ist vollkommen unabhängig und erhält keinerlei staatliche Zuwendungen. Seine finanzielle Grundlage wird ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge seiner Fördermitglieder bestritten.

Bund und Länder, deren Aufgabe der Zivil- und Katastrophenschutz ist, stellen hierfür den Hilfsorganisationen wie DRK, Malteserhilfsdienst (MHD), Johanniter Unfallhilfe usw. lediglich die erforderliche Ausrüstung zu Verfügung.

 

Ab 13. Juni 2015 im eigenen Heim

In seinem 147. Lebensjahr, genauer am 13. Juni 2015, bekam der DRK-Ortsverein Soest e.V. sein erstes, eigenes „Zuhause“. Am Ferdinand-Gabriel-Weg in Soest hatte der Vorstand ein geeignetes Objekt gefunden, das innerhalb von ca. zwei Jahren größtenteils in Eigenleistung zunächst im Untergeschoss bedarfsgerecht umgebaut wurde. Hier laufen die Organisationsfäden zusammen, die den Einsatz der rund 120 aktiven Frauen und Männer in den verschiedenen Bereichen bestimmen.

Als erstes ist die Sanitätsbereitschaft bzw. die Schnelleinsatzgruppe (SEG) zu nennen. Ihr Aufgabengebiet ist die Mitarbeit im Katastrophenschutz. Die Helferinnen und Helfer kommen bei Unglücksfällen, Großschadenslagen etc. zum Einsatz, wenn die Kräfte des Regelrettungsdienstes nicht mehr ausreichen. Selbstverständlich werden sie bei Bedarf auch überörtlich eingesetzt.

Hinzu kommen noch zahlreiche Sanitätsdienste, die nicht zu den Hauptaufgaben gehören und freiwillig sind. Veranstaltungen wie die Soester Allerheiligenkirmes, die Soester Fehde, Gräftentrödel, Stadtlauf, Silvesterlauf usw. könnten ohne den Einsatz der aktiven DRKler (auch der anderen Hilfsorganisationen) gar nicht stattfinden.

Die SEG Soest ist Teil der Einsatzeinheit Soest 1. Sie stellt die Transportkomponente, zu der zwei Rettungsfahrzeuge gehören. Ein Fahrzeug hiervon ist ein sogenannter Notfall KTW Typ B vom Land NRW. Weiter ist die Führungskomponente mit einem Einsatzleitwagen (ELW) in Soest stationiert. Im Kreis Soest gibt es bei DRK und MHD insgesamt vier Einsatzeinheiten mit je 33 Helferinnen und Helfern.

Eine weitere wichtige Gruppierung im DRK-Ortsverein Soest sind die Frauen und Männer vom Arbeitskreis Blutspende.

Mit dem Aufkommen des Blutspendewesens im DRK-Landesverband Westf.-Lippe 1952 fanden auch in Soest regelmäßige Blutspendetermine statt, deren Betreuung und Versorgung ebenfalls ausschließlich von den Soester Frauen durchgeführt wurden. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Nur dass sich auch Männer dem Team angeschlossen haben.

Durch den medizinischen Fortschritt und die Entwicklung wurde auch die Nachfrage nach Blutkonserven immer größer. Erst wurde jährlich, dann halbjährig eingeladen, dann folgten Blutspenden im Drei-Monats-Rhythmus. Da sich die Bürgerinnen und Bürger in der Anfangszeit beim Blutspenden stark zurückhielten, wurden Blutspendetermine bei den im Kreis Soest stationierten Kanadiern mit großem Erfolg durchgeführt. Nach Abzug der kanadischen Streitkräfte wurde diese Bereitschaft von der einziehenden Bundeswehr in Echtrop und Soest weitgehend übernommen.

Aber nicht nur in Soest, auch in den Orten Bad Sassendorf, Eickelborn, Körbecke, Völlinghausen und Welver wurden die Blutspendetermine durch die Soester durchgeführt, bis sich dort die DRK-Ortsvereine gründeten und diese Termine selbst durchführten.

 

Eine bekannte und beliebte Gruppe in der DRK-Familie ist das Akkordeonorchester. Es wurde 1967 gegründet.

Obwohl es damals schon den DRK-Fanfarenzug gab, äußerten DRK-Kreisverband und Ortsverein mehrfach den Wunsch, noch etwas anderes zu tun als zu „blasen und trommeln“. Stadtdirektor Dr. Groot hatte dann die zündende Idee, ein Akkordeonorchester zu gründen. Er wusste, dass Otto Lentze Hobby-Akkordeonspieler war. Nach einem Aufruf in der Zeitung und durch die Verteilung von Flugblättern in den Soester Schulen und Haushalten meldeten sich einige Mädchen und Jungen (Notenkenntnisse und Akkordeon-Besitz waren vorausgesetzt). Dank tatkräftiger Unterstützung des Ortsvereins und der Eltern, die ihren Beitrag zur Finanzierung beitrugen, entstand im September 1967 das DRK-Akkordeonorchester. Zunächst sollte das Orchester zur „Altenbetreuung“ eingesetzt werden und später auch weitere Veranstaltungen musikalisch bereichern. Auch 50 Jahre später ist das Akkordeonorchester des DRK Soest ein gern gesehener Gast auf vielen Veranstaltungen. Es existieren deutschlandweit übrigens nur zwei Akkordeonorchester, die unter der Fahne des DRK aufspielen.

 

Die jüngste Gruppe ist die „PASS“, die Personenauskunftsstelle. Diese Gruppe ist dem DRK-Kreisverband Lippstadt-Hellweg angegliedert. Ein Großteil der Mitglieder gehört der Rotkreuzgemeinschaft Soest an. Die Personenauskunftsstelle, so heute die offizielle Bezeichnung, wird im Katastrophenfall durch den Kreis Soest alarmiert. Ihre Mitglieder nehmen die Arbeit dann in entsprechend ausgestatteten Räumen in Soest auf. Das DRK stellt hierfür ehrenamtlich tätige Frauen und Männer, die natürlich in Seminaren auf ihre Aufgabe vorbereitet werden.

Die Älteren erinnern sich noch an den Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in den Nachkriegsjahren. In Fortsetzung dieser Tradition hat es sich das DRK auch weiterhin zur Aufgabe gemacht, bei Katastrophen und anderen Großschadensereignissen Auskünfte über den Verbleib von Betroffenen zu geben, damit besorgte Angehörige so verlässliche Informationen erhalten.

Heute sind die ehrenamtlichen Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler nicht mehrwegzudenken. Ohne sie und ihr ehrenamtliches Engagement wäre vieles in der Region nicht möglich.

 

25. Februar 2018 11:25 Uhr. Alter: 115 Tage